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Tipps, wie Sie ein perfektes Anschreiben für die Bewerbung schreiben

Bild von loufre auf Pixabay

Das Bewerbungsschreiben, auch Bewerbungsanschreiben oder Anschreiben genannt bereitet Bewerbern oft viele Schwierigkeiten. Das wichtigste Kriterium für ein erfolgreiches Anschreiben ist es, die Stellenanzeige gründlich zu lesen, zu analysieren und zu verstehen. Denn, das sind die Aufgaben, die Sie beim zukünftigen Arbeitgeber erledigen müssen.

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Anschreiben im Bewerbungsprozess immer noch sehr wichtig!

Für 62 Prozent der Personalverantwortlichen ist das Anschreiben immer noch ein sehr wichtiger Faktor in den Bewerbungsunterlagen, weil sie aus diesem herauslesen, wie sorgfältig sich Bewerber über die Stelle und das Unternehmen informiert haben. Der Personaler möchte wissen, welche Tätigkeiten Sie schon wie und für wen fertig gestellt haben.

Jeder, der ein gutes Bewerbungsanschreiben formulieren möchte, sollte sich zunächst im Klaren darüber sein, welche Motivation besteht und warum das Unternehmen gerade ihn einstellen sollte. Meist lässt man sich bei der Bewerbung von dem Wunsch nach beruflicher Veränderung leiten und nicht von dem Nutzen, den man einem neuen Arbeitgeber bringt. Deswegen Ehrlichkeit gegen sich selbst zeigen, wenn man die Kernaufgaben noch nie oder nur selten gemacht, ist es keine gute Idee sich darauf zu bewerben. Ihr Anschreiben kann dann nur sehr floskelhaft und wenig aussagekräftig werden und die Bewerbung wird scheitern.

Welche Fehler sollten Sie beim perfekten Anschreiben vermeiden?

Ein Personaler muss viele Bewerbungsanschreiben am Tag lesen. Nicht alle sind wirklich interessant. Doch die Masse der Bewerbungen wächst und wächst. Und viele gleichen sich, wie ein Ei dem anderen. Also machen Sie nicht diesen Fehler: Einmal ein Anschreiben verfassen und es für jede gefundene Stellenanzeige zu nutzen. Eben weil sich so viele Kandidaten wenig Mühe mit dem Bewerbungsschreiben geben, können Sie sich mit einem aussagekräftigen Anschreiben positiv abheben.

Überlegen Sie einmal: Wie würde es Ihnen ergehen, wenn es in Ihrem Lieblingsrestaurant immer nur die gleichen Nudeln gäbe, obwohl auf der Speisekarte ein ganz anderes Gericht steht. Sie würden sich veräppelt vorkommen und das Restaurant nicht mehr besuchen. Im Fall der Bewerbung bedeutet das, Sie werden mit Ihrer Bewerbung aussortiert. Im besten Fall kommt nach Wochen die Absage.

Sieben Bewerbungstipps für das erfolgreiche Bewerbungsschreiben

1. Nun wird es technisch: Für Geschäftsbriefe gibt es eine DIN-Norm, das ist die sogenannte DIN 5008. Diese DIN-Norm regelt wie Geschäftsbriefe, somit auch Bewerbungen, formal zu verfassen sind. Es sollte nicht länger als 1 DIN A4- Seite sein. Die Schriftgröße sollte lesefreundlich sein. In 11-Punkt sollte der Fließtext geschrieben, also die längeren Textpassagen im Anschreiben. Die 12-Punkt-Schrift sollte Zwischenüberschriften genutzt werden. Einzüge, Linien und Abstände sollten auf sämtlichen Seiten einheitlich sein.

Das Anschreiben einer Bewerbung hat immer einen Betreff. Er wird in der Regel als einziger Bestandteil des Textes fett formatiert.

Bewerbung als Techniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik
Ihr Stellenangebot auf Ihrer Karriereseite

Bewerbung als Oberarzt
Ihr Stellenangebot im Deutschen Ärzteblatt

Bewerbung als Elektroingenieur
Ihr Stellenangebot auf Stepstone Refnr. 5671893

Nach dem Betreff folgt die Anrede. In vielen Stellenanzeigen werden bereits Ansprechpartner genannt, meist Mitarbeitende aus der Personalabteilung.

Sehr geehrte Frau Mustermaier,

Sehr geehrter Herr Musterburg,

Wird keine Name genannt, schreiben Sie einfach:

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

Der letzte Absatz des Anschreibens liefert Zusatzinformationen, z. B. den frühestmöglichen Starttermin oder den Gehaltswunsch. Das Anschreiben endet mit
Dem Satz: „Gerne stelle ich mich Ihnen persönlich bei einem Vorstellungsgespräch vor.“ und der eingescannten Unterschrift zwischen der Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“.

2. Ein gutes Anschreiben benötigt eine klare Struktur. Es hat einen Anfang für die erste Aufmerksamkeit, einen Mittelteil mit den beruflichen Erfahrungen und einen Schluss mit den sozialen, kulturellen oder sonstigen Kompetenzen. Der vorletzte Satz vor dem Wunsch auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch kann auch noch einen Appell an den zukünftigen Arbeitgeber enthalten.

3. Da ein Personaler wenig Zeit hat, haben Sie nur wenige Augenblicke, in denen Sie seine Aufmerksamkeit gewinnen müssen. Wichtig: Ein guter aussagekräftiger Startsatz, damit der Personaler auch Lust hat weiter zu lesen.

Hier einige Beispiele für Anfangssätze:

„Als Eventmanagerin für das Fünf-Sterne-Hotel XY habe ich in den letzten fünf Jahren Großveranstaltungen vom Ärztekongress bis zur Fürstenhochzeit organisiert."

Oder: „Electronic Commerce, Informationsmanagement und Logistik sind die Schwerpunkte meines Studiums der BWL, das ich im vergangenen Monat mit der Note 1,3 abgeschlossen habe."

4. Nun in einfachen Sätzen im Anschreiben auf die einzelnen Aufgaben eingehen. Sie beschreiben dem zukünftigen Arbeitgeber, wie und in welchem Umfang Sie schon diese Aufgaben bei einem anderen Arbeitgeber erledigt haben.

Werden Sie konkret: "Bereits während meines Studiums der internationalen Betriebswirtschaftslehre spezialisierte ich mich auf den Bereich Personalmanagement. Neben den im Schwerpunkt Personal erlangten Kenntnissen und Fähigkeiten habe ich meine Abschlussarbeiten zu den personalpolitischen Themen „Retention Management“ und „Work-Life-Balance“ verfasst. Darin habe ich immaterielle Motivationsanreize analysiert, die sich für eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung als besonders effizient erwiesen haben."

5. Dabei ist es sinnvoll sich auf Zahlen, Daten und Fakten zu beschränken. Oft wird die Firma gelobt, das ist jedoch Zeitverschwendung. Denn entweder ist der Personaler von seinem Unternehmen überzeugt, dann ist es nicht nötig oder es ist eher eine Zwangsehe, dann amüsierter er sich bestenfalls. Meiner Meinung nach hilft Ihnen die Anpreisung des Unternehmens nicht weiter, sondern schadet Ihnen eher.

6. Gehen Sie auf Besonderheiten ein: "Bei internationalen Kunden ist die soziale und kulturelle Identität dieser Menschen ein wichtiger Faktor, um ins Geschäft zu kommen. Aus Ihrem Internetauftritt entnehme ich, dass Russland und die GUS-Länder zu Ihren Zielmärkten zählen. Mein erstes Studium als Kulturwissenschaftlerin habe ich an der Staatlichen Universität in Russland absolviert. Deswegen sind mir die russische Kultur, Mentalität, Sprache und Schrift sehr vertraut."

7. Deutlich nützlicher ist es, in der Bewerbung von eigenen Erfolgen zu berichten:
"Die Verkaufskosten konnten von mir innerhalb der letzten 3 Jahre um 15 % gesenkt werden." Oder: "Trotz Kostensteigerungen (Treibstoffe/Löhne) konnten die Betriebskosten von mir in zwei Jahren um über 10 % reduziert werden."

Oder: "Bei der Studie zur Zufriedenheit der Mitarbeiter durch eine renommierte Agentur schnitt der Vertrieb mit deutlichem Abstand vor allen anderen Bereichen ab."

Oder: "Auszeichnung für innovatives Management im Projekt ABC erhalten."